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Glossar / Fachbegriffe


Beständigkeit (chemische)

Da manche Materialien von bestimmten Chemikalien angegriffen werden, ist es wichtig, ein beständiges Material für den Probenehmer zu wählen. Ebenso wichtig ist es, dass das Material des Probenehmers das Produkt bzw die Probe nicht verändert.
 



Dokumentation

Sowohl der Vorgang der Probenahme, wie auch jede Durchführung muss angemessen dokumentiert werden.
 


 
Einzelprobe

Probe, die durch einen einzelnen Entnahmevorgang entnommen wird. Eine Einzelprobe kann auch eine Querschnittsprobe sein, wie sie z.B. auch mit einem Multi-Layer Sammler gewonnen wird.
 

 
GMP

(= Good Manufacturing Practice). GMP ist ein Begriff, der 1962 von der US –amerikanischen Aufsichtsbehörde Food and Drug Administration (kurz: FDA) eingeführt wurde. Er steht synonym für eine Sammlung von Verhaltensmaßnahmen und Vorschriften, die bei der Herstellung und beim Umgang bestimmter Produkte (z.B. Arzneimittel, Lebensmittel, Kosmetika, Tierarzneimittel, ...) beachtet und eingehalten werden müssen. Mit dem Ziel, diese Produkte zuverlässig und reproduzierbar in der gewünschten Qualität herzustellen.

Die Verpflichtung zur Einhaltung der GMP-Regeln ergibt sich über entsprechende Gesetze (z.B. Arzneimittelgesetz) oder über zwischenstaatliche Verträge (z.B. PIC =Pharmaceutical Inspection Convention=Vertrag zwischen ehem. EFTA-Staaten.).
 


Haufwerk

Synonym für Schüttgut.
 


Heterogenität

In-Homogenität: Durch verschiedene Einflüsse verursachte Unterschiedlichkeit innerhalb eines Produktes. Ursachen sind oft Verunreinigungen, Vibrationen, Temperaturänderungen, Sedimentation, unzureichendes Mischen. Nachweis von In-Homogenität: Auf Basis eines festgelegten Probenahmeplanes vom Objekt mehrere kleine Proben ziehen, getrennt analysieren, Mittelwert M der Resultate und dessen relative Unsicherheit u rel bestimmen. Ist u rel grösser als die kombinierte relative Messunsicherheit der Einzelanalysen, liegt eine signifikante Non-Homogenität vor. Für die Routine mögliche Maßnahmen:

 


Homogenität


Einheitlichkeit eines Produktes hinsichtlich einer oder mehrerer Eigenschaften, aber nicht notwendigerweise aller Eigenschaften. Siehe auch Heterogenität.



„Hot-spot“-Beprobung

Bei der „Hot-spot“-Beprobung werden bevorzugt auffällige Bereiche im Sinne einer Extremwert-Betrachtung („worst case“) zur Beprobung herangezogen.

 


 
Hygiene

Regeln, die eingehalten werden müssen, sobald am offenen Produkt (z.B. beim Musterzug) gearbeitet wird. Dazu gehören einerseits Bekleidungsvorschriften (Kittel, Overalls, Haarhauben, Mundschutz, Handschuhe, Armstulpen, usw.), und andererseits persönliche Verhaltensweisen, wie z.B. am offenen Produkt nicht essen, rauchen, niesen oder husten, nicht kratzen oder über das offene Produkt beugen.



IPC (In Process Control)


(Qualitäts-) Kontrolle des Produkts "im werden", also während der Produktion bzw. zwischen den Produktionsprozessen.


 
Kennzeichnung

Sowohl Proben, als auch bemusterte Gebinde müssen gekennzeichnet (etikettiert) werden, um eine Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten. Diese Etikettierung muss lesbar, eindeutig und dauerhaft (kein Post-it!) sein.
 

 
Kontamination

Verunreinigung, z.B. mit Staub, Bakterien, Papierschnipseln, Holzsplittern, Haaren, Ungeziefer, Wasserdampf oder anderen Stoffen. Bei der Probenahme ist peinlich genau darauf zu achten, dass weder die Muster, noch die Grundgesamtheit durch Mensch, Geräte oder Umgebung kontaminiert werden.
 


Kreuzkontamination

Verunreinigung mit einer anderen Chemikalie. Kann beim Musterzug besonders leicht verursacht werden, wenn mehrere unterschiedliche Stoffe nacheinander bemustert werden, z.B. durch schlecht gereinigtes Musterzugsbesteck, durch die Bekleidung (Ärmel, Handschuhe) des Musterziehers, oder durch Chemikalienstäube aus der Quellenabluft.


 
Mischprobe

Durch Sammeln und Mischen von mehreren Einzelproben kann eine Mischprobe hergestellt werden. Siehe auch Sammelprobe



Musterzieher

Speziell unterwiesene Person, die den Musterzug einschliesslich Dokumentation gewissenhaft und gemäss Vorschrift durchführt. Musterzieher müssen sich der Tragweite ihrer Tätigkeit hinsichtlich GMP (repräsentative Proben), aber auch hinsichtlich der Arbeitssicherheit bewusst sein.
 


Musterzug

Probenahme Ziel der Probenahme, Probenentnahme oder Probennahme ist die Gewinnung von Teilmengen, die zur Ermittlung charakteristischer Merkmale von Materialien geeignet sind. 

Hierbei ist von besonderer Bedeutung, inwieweit diese als repräsentativ für die Gesamtmenge (Merkmale) gelten können.

 


Ort der Probennahme

Idealerweise sollte ein spezieller Raum bzw. eine Kabine vorhanden sein, in dem die Proben genommen werden. Auf jeden Fall sollte er geschützt vor Umwelteinflüssen sein, so dass Probe und Produkt keine negativen Beeinflussung erfahren. Hilfreich ist es, die Probenahme immer am gleichen Ort durchzuführen.
 


Probenaufbereitung

Verfahren, mit denen die gezogenen Proben für die jeweiligen (Labor-) Analysen vorbereitet werden. Auch die Probenteilung gehört im weitesten Sinne zur Aufbereitung.
 


Probenahmepläne

Arbeitsanweisungen (SOPS), die detailliert Probenumfang, Probenort, Gerätschaften, Behältnisse und deren Kennzeichnung festlegen. Sofern sinnvoll, sollten die Probenahmepläne auf angemessenen statistischen Methoden beruhen. Faktoren, die die Gültigkeit der Prüfergebnisse beeinflussen, werden darin berücksichtigt, wie z.B. Bewegungsrichtung beim Transport.

Es liegt im Ermessen des Betriebes, in Abhängigkeit von dem erwarteten Risiko, welches von dem Rohstoff bzw. auch vom Fertigprodukt ausgeht, wieviele Proben letztendlich gezogen werden, um ein definiertes Qualitätsziel zu erreichen. Dabei kann mit Zufallszahlen gearbeitet werden, oder in einem rollenden System innerhalb der Schichten die Uhrzeiten frei gewählt werden. Es ist jedoch nicht zulässig, die Nachtschicht aus der Probenahme herauszunehmen, nur weil zu dieser Zeit niemand im Labor eine Probe nehmen kann. Es ist sinnvoller, jeden Tag 2 Proben einer Linie zu prüfen, als einmal in der Woche 5 aus einer Charge. Probenahmepläne sind in der Regel produktspezifisch. Probenahmeplan und die Verfahrensanweisung müssen am Ort der Probenahme auf Fall verfügbar sein.



Probennehmer (oder auch Probenehmer)

Kersting ist der Spezialist mit dem größten Angebot an manuellen Probenehmern.

Probenehmer werden hauptsächlich für die Wareneingangskontrolle, bei der In-Process-Kontrolle (IPC). im Umweltbereich, für Bodenproben und vielen weitere Einsatzgebieten eingesetzt. Probenehmer sind mechanische Hilfsmittel bzw Werkzeuge, die es erlauben, Proben zu nehmen.

Es werden folgende Probenehmer unterschieden:

Probenehmer für Flüssigkeiten
Probenehmer für Schüttgüter
Probenehmer für Pasten
Probenehmer für Pulver
Probenehmer für Granulate

Neben manuellen Probenehmern gibt es auch eingebaute Systeme (Inline-Probenehmer), die automatisch Proben aus dem Prozess, aus der Leitung  oder dem Silo nehmen.



 
Probenteilung

Verfahren, um aus großen Misch- oder Einzelproben repräsentative Analysenproben herzustellen. Die zu analysierenden Proben sind oft nur ein Bruchteil der ursprünglich gezogenen Proben.


 
Qualifizierung

Dokumentierter Nachweis der Eignung von Geräten, Anlagen, Gebäuden und Einrichtungen, aber auch Personal und Lieferanten. Qualifizierung ist eine Voraussetzung für Validierung.
 

 
Querschnittsprobe

Probe, die einen lokalen Querschnitt durch das Produkt darstellt. Diese muß nicht homogen sein, wenn die Gesamtmenge nicht homogen ist.



Reproduzierbarkeit

Wiederholbarkeit: Wie gut lassen sich die Resultate reproduzieren, wenn die Probenahme und Analyse an verschiedenen Tagen, durch unterschiedliches Personal oder Gerät oder in verschiedenen Labors durchgeführt wird?
 

 
Rückstellproben

Proben, die nicht (unmittelbar) analysiert werden, sondern die lediglich zur Beweissicherung (gesetzliche Anforderung im Pharmabereich) aufbewahrt (rückgestellt) werden.



Sammelprobe

Mischprobe



Selbstinspektion

Mit Selbstinspektion wird die Auditierung der Betriebsvorgänge bei der Herstellung und Kontrolle von Arzneimitteln bezeichnet. Neben den Vorgaben von Pharmabetriebsverordnung und Arzneimittelgesetz sind Vorgaben der FDA (Food and Drug Administration) zur Fertigung und Überwachung von pharmazeutischen Produkten und Hilfsstoffen zu berücksichtigen. Die Inspektionen decken Schwachstellen im Qualitätssicherungssystem und in der täglichen Praxis auf. Die regelmässige, dokumentierte Durchführung von GMP-Selbstinspektionen ist für pharmazeutische Betriebe gemäß PharmabetriebsVO und europäischer GMP-Richtlinie vorgegeben.
 


SOP

Standard Operation Procedure. Standardarbeitsanweisung, auch Verfahrensanweisung oder Arbeitsanweisung genannt. Nach definierter Vorgabe erstellte und genehmigte Anweisung, die für jeden Mitarbeiter verbindlich ist. Jede absichtliche oder unabsichtliche Abweichung von einer SOP muss dokumentiert und begründet werden.

 


Stichprobe

Es müssen repräsentative Stichproben gezogen werden, die allein gültige Schlußfolgerungen auf eine Grundgesamtheit (z.B. angelieferter Rohstoff, Zwischenprodukt oder Endprodukt) zulassen. Die korrekte Probenahme ist ein wesentlicher Teil des Qualitätssicherungssystems. Die Anzahl der zu ziehenden Einzelproben sollte statistisch ermittelt und in einem Probenahmeplan festgelegt werden.


 
UDS

engl.: Unit Dose Sampling – in der Pharmaherstellung vorgeschriebenes Probenahmeverfahren, bei dem nur sehr kleine Proben entnommen werden. Die Probenmengen entsprechen dabei der maximal ein- bis dreifachen Menge einer Einheitsdosis. Mit diesem Verfahren kann die Homogenität z.B. von Pulvermischungen sichergestellt und nachgewiesen werden.



Validierung

Validierung im weiteren Sinn wird als Oberbegriff für alle Aktivitäten verwendet, die den Nachweis der Eignung qualitätsrelevanter Abläufe erbringen. Im engeren Sinne versteht man unter Validierung den dokumentierten Nachweis der Eignung einer Methode (beispielsweise eine Analysenmethode, eine Herstellungsmethode, eine Reinigungsmethode oder eine Probenahmemethode) für den vorgesehenen Zweck. Es gibt keine Patentrezepte für Validierungsprogramme, die Validierung muss immer problemangepasst und pragmatisch erfolgen.


 
Validierung der Probenahme

Die Validierung muss den Beweis erbringen, dass die Probenahme geeignet ist im Rahmen der spezifischen Fragestellung für das Untersuchungsprodukt repräsentative Muster zu erzeugen.
 

 
Wischprobe

(Swab Test) Probe, die durch Abwischen gewonnen wird. Dient oft zur Überprüfung von Reinigungsprozessen.
 

 
Zielpunktprobe

Probe, die an einem genau definierten Zielpunkt entnommen wird. Diese Zielpunkte sind in einem Probenahmeplan definiert.


© 2009 KERSTING GMBH SAMPLING + GROUNDING

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